Energiewende mitgestalten und vor Ort profitieren

Der Ausstieg aus der Atomenergie und der Ausbau der erneuerbaren Energien sind seit Fukushima im Jahr 2013 für Deutschland beschlossene Sache. Auch Tschernobyl oder Harrisburg sind nicht vergessen. Das Land Hessen hat mit seinem Teilregionalplan die Weichen gestellt für eine Energieversorgung, die auf erneuerbaren Energien basiert – allen voran der Windenergie. Für den Reinhardswald sind mehrere Flächen für die Windkraft ausgewiesen. Und an diesem Punkt treten wir auf den Plan: Indem wir vor Ort Planung und Betrieb der Windräder verankern, bestimmen wir nicht nur bei deren Errichtung mit. Sondern wir profitieren langfristig von Gewinnen bei der Stromerzeugung, ebenso wie von Maßnahmen zum Schutz des Naturparks Reinhardswald und seiner touristischen Entwicklung.
 

Bei der Windkraft mitreden

Wir möchten nicht, dass fremde Investoren aus dem In- oder Ausland maximal viele Windräder im Reinhardswald errichten. Und dann auch noch die Gewinne mitnehmen, ohne dass die Menschen der Region davon profitieren. Wir dagegen setzen uns für eine starke regionale Bürgerbeteiligung und kommunale Verankerung ein. Denn wir wissen, dass regional realisierte Windkraft nachhaltig und profitabel ist. Außerdem bauen wir nur so viele Windräder, wie sie für Mensch und Umwelt verträglich sind.

Regionale Kräfte bündeln

Wir, das sind die Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR), die Städtischen Werke aus Kassel, die EAM Natur und die Stadtwerke Eschwege. Gemeinsam haben wir die Windenergie Reinhardswald GmbH & Co. KG gegründet, die den Windpark plant, baut und später betreiben soll. Die vier Anliegerkommunen in der EGR – Fuldatal, Grebenstein, Immenhausen, Trendelburg – nutzen damit das Knowhow erfahrener, regional verankerter Energieversorger und erfolgreicher Windparkentwickler. Sie helfen, den Windpark Reinhardswald auf sichere Füße zu stellen. So konnten wir das Pachtangebot von HessenForst für den Farrenplatz und den Langenberg annehmen. Dort planen wir, bis 2021 insgesamt 20 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 112 MW zu errichten.

Die Natur schonen

Dem Bau des Windparks geht eine sorgfältige Planung voraus. Dazu zählt natürlich, mögliche Standorte auf unter Naturschutz stehende Arten zu untersuchen. Denn geschützte Flora und Fauna dürfen durch die Bauarbeiten und den Anlagenbetrieb keinen Schaden nehmen. Ausgleichsmaßnahmen für dauerhaft überbaute Flächen wie Fundamente sollen dem Naturpark Reinhardswald zugutekommen. Dazu zählen beispielsweise  Aufforstungen mit Mischwald, wie er ursprünglich im Reinhardswald vorkommt. Denn ebenso wie Anwohner, Besucher und Touristen haben wir das Interesse an einer gesunden und vielfältigen Natur.

Noch am Boden und bald in luftiger Höhe. Ein Rotorblatt einer Anlage des Windparks Kreuzstein im Kaufunger Wald.
Lars Rotzsche, Ralf Paschold, Martin Severin (Geschäftsführer der Windpark Reinhardwald GmbH & Co. KG)
Schon seit Jahrhunderten ein Nutzwald - doch die Stürme der vergangenen Jahre und der aktuelle Borkenkäferbefall durch den Extremsommer 2018 haben dem Baumbestand massiv zugesetzt.